Subject: Re: Der (höchstentspannende) Traveller-Powerpoint

Lieber J,

es gibt einen bemerkenswerten Moment in Comedians in Cars Getting Coffee, jener netten kleinen Web-Serie, in der Jerry Seinfeld durch die Gegend fährt und Kollegen zum Kaffee einlädt: Seinfeld zuckt mit den Achseln und sagt: "Nach meiner Auffassung zielt 98% alles menschlichen Strebens darauf ab, die Zeit totzuschlagen."

Stimmt das? Wir, die wir keine schwerreichen Comedy-Rentner sind, müssen bekanntlich arbeiten gehen und auch sonst dauernd kleine Probleme lösen (Was kochen? Wie lautet die Nummer vom Sperrmüll? Wo ist der Ordner mit dem Steuerkram?) So sind wir immer abgelenkt. Fragen darf man sich aber: Wovon halten uns die Arbeit und der ganze Alltagskram eigentlich ab? Was wäre das “Richtige”, das für ein gelungenes Leben unbedingt zu tun wäre?

Diese Frage ist meist doch eher abstrakt, wenn man weder Rentner noch Millionär ist. Da die einst freien Wochenenden mittlerweile auf einen Organisations-Samstag und einen Erschöpfungs-Sonntag eingedampft worden sind, sehe ich mich mit der Frage: "Was tun?" nur noch in der Urlaubszeit konfrontiert. Und was mache ich dann? Verreisen. Seit ich es mir leisten kann, sammele ich Flugmeilen, probiere interessantes Essen, schaue mir fremde Länder an. Individuell, versteht sich, selbst organisiert und gerne mal auf Nebenpfaden. Das ist ein Riesenspaß. Aber Begegnungen mit anderen Reisenden, wie Du sie treffend schilderst, erinnern einen daran, dass man sich doch objektiv recht seltsam in fremden Ländern verhält.

Dieser unbedingte Wunsch nach dem Überwältigtwerden hat etwas Frivoles. Unsere Generation reist mit höchsten Erwartungen. Unglaubliche Eindrücke wollen wir, Klick Klick macht die Kamera. Nachher soll man am Küchentisch in der heimischen Altbauwohnung sitzen, durch die Bilder skippen und "Donnerwetter!" sagen. Man ertappt sich bei gedanklichen Selbstaufwertungen wie "Die meisten Idioten rennen in Venedig in eines der schlechten und überteuerten Restaurants am San Marco. Für uns aber hat eine herzliche Nonna in einem wunderbar versteckten Laden, oben in Cannareggio, direkt am Wasser, ein ganzes Menü gekocht, für 15 € inklusive Wein!”

Das ist im Grunde ‘Travel Channel’-Kitsch.

Die Reiseerlebnisse der allermeisten Individualreisenden gleichen sich praktisch genauso wie die von Pauschaltouristen. Das von Dir beschriebene Aufeinandertreffen, gegenseitige Abklopfen, ‘clevere’ Tipps geben, stellenweise auch das Angeben wiederholt sich. Es ist bekannt, dass man anderen Menschen die Fehler am allerwenigsten verzeiht, welche man von sich selbst kennt. Vielleicht sind Traveller daher bei mir nicht immer willkommene Gesellschaft. Ich erinnere mich, wie sich in einer Bar in Hanoi ungefragt ein Belgier an unseren Tisch setzte. Er berichtete stolz davon, wie er zu Fuß und ohne Geld aus Laos gekommen sei. So etwas ist in der Generation "The Beach" glaube ich hierarchiemäßig ganz weit oben. Da ich von Natur aus am Trophäensammeln wenig Interesse habe und der Typ schlecht roch, bat ich ihn irgendwann, uns allein zu lassen.

Vielleicht hat Seinfeld Recht. Man sehe sich durchschnittliche, zufriedene Rentner an. Obwohl sie nun erstmals frei über ihren Alltag bestimmen können und ihnen noch dazu die Lebenszeit durch die Finger rinnt, jagen sie nicht durch die Straßen, um das pralle Leben in sich aufzusaugen. Meistens sitzen sie im Sessel, trinken Tee und lösen Sudokus.

Grüße
A


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Subject: Der (höchstentspannende) Traveller-Powerpoint

Lieber A.,

lang ist es her (zwei Jahre!), da hast du hier vom “asozialen Power-Point”erzählt. Auf meinem vierwöchigen Südamerika-Trip kam mir das passende Bild wieder in den Sinn. Auf Reisen trifft man viele Menschen. Und so sehr man sich auch anstrengen mag mit den Locals zu connecten - die meisten Begegnungen hat man mit anderen Reisenden. (Das ist für mitunter enttäuschend, sogar ärgerlich. Man geht mit dem Traum, in eine fremde Kultur eintauchen zu können, und vor Ort trifft man nur die gleichgeschaltete Traveller-Meute aus den USA, Europa, Australien und Israel. Aber ich schweife ab…)

Wie dem auch sei, was mir nun im Urlaub auffiel: in diesen Kreisen gibt es ebenfalls eine Powerpoint. Es geht nicht um Beruf & Beziehung, es geht natürlich ums Reisen. Die ersten fünf Fragen und die ersten fünf Antworten sind immer gleich: Wo kommst du her? Wo warst du zuletzt? Wo warst du schon davor überall? Was machst du als nächstes?  Wie lange reist du? 

Das ist nicht überraschend. Denn das sind ja die Themen, mit denen man sich auf solchen “Rucksack-Reisen” auseinandersetzt. Was aber interessant ist: Dieser Small-Talk ist so repetitiv und langweilig wie jeder andere auch. Er lebt genauso von den großen Angebereien und kleinen Niederlagen wie jeder andere auch. Er kann sympathisch oder anstrengend geführt werden, meistens ist er aber egal, wie jeder andere Small-Talk auch. Aber: Allein das umstellen der Powerpoint von Alltag auf Urlaub hat auf mich eine höchstentspannde Wirkung. Endlich mal nicht über Arbeit reden, endlich mal eine andere Platte abspulen. Allein dafür lohnt sich so ein Urlaub. 

Grüße
J.


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Subject: Worüber man nicht lästern soll, darüber muss man schweigen

Lieber J,

ich kenne genau zwei Menschen, die nie lästern. Die wirklich nur gut über andere Personen sprechen. Oder eben schweigen. Wenn eine Situation zum Lästern einlädt, schweigen sie. Wenn sie in einer Runde Lästerer sitzen, schweigen sie auch. Oder sie gießen Wasser in den Wein der Tratschenden, indem sie deren Urteile relativieren. Sogar das tun sie mit einem Lächeln, ganz ohne die Lästerer zu verurteilen.

Unter allen guten menschlichen Eigenschaften finde ich diese Disziplin vielleicht die Bewundernswerteste. Wie oft zerrede ich selber das Leben der Anderen. Bei mir ist es ein Ausläufer meines Hanges zum Beobachten, meiner Freude am Analysieren und Zusammenhänge-Bilden. Dazu kommt eine ganz gute Urteilskraft und ein ausgeprägter Mitteilungsdrang. Ich bin zwar nicht die Sorte Lästerer, die sich selbst als etwas Besseres darstellt - das häufigste Objekt meiner Verurteilungen bin ich selber. Catch my performative drift? ;) Das macht die Sache aber nicht viel besser. Selbstironie ist etwas Feines, sich selbst dauernd klein zu machen, dagegen ein Charakterfehler, den ich mit vielen Deutschen teile.

Von den beiden Menschen ist übrigens einer ein super-selbstbewusstes Großmaul. Man muss also kein Heiliger sein, um das Lästern zu lassen, auch wenn der Religionsstifter Jesus von Nazareth diesem, auf den ersten Blick nebensächlichen Thema immerhin einen ganzen Absatz in der Bergpredigt gewidmet hat.

Grüße
A


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Subject: "200 Jahre Biedermeier" oder "Warum Hipster (vielleicht) in die CDU gehören"

Lieber A.,

eine schöne und passende Beschreibung für den Unterschied zwischen der “Nirvana-Generation” und der “Generation-iPod” hast du da gefunden. Begonnen hatte Apple’s Siegeszug wohl mit ihrer Hymne auf alle Verrückten und Querdenker, mit dem berühmten Spot “Here’s To The Crazy Ones" von 1997. Seitdem hat es die Firma geschafft, Außenseiter zum Mainstream-Leitbild zu machen, iPod-Weiß ist das neue Schwarz. 

Vor fast 200 Jahren begann in Deutschland die Biedermeier-Zeit. Nach den Umwälzungen der Napoleonischen Kriege war den Menschen der Sinn nach Rückzug ins Private. Man konzentrierte sich auf Hausmusik, las Unterhaltungsliteratur und beschäftigte sich vor allem mit sich selbst, der eigenen Familie, dem eigenen Freundeskreis. In dieser intensiven Beschäftigung wurde der Stil der Mode und der Wohnungseinrichtung besonders wichtig. Denn das eigene Haus war der Mittelpunkt des Lebens. 

Die Selbstbezogenheit aller Lebens- und Stil-Entscheidungen findet sich heute wieder. Zwar sind junge Menschen alles andere als in die eigenen vier Wände zurückgezogen, aber sie machen den öffentlichen Raum im Grunde zu einem privaten. Das Interesse an Öffentlichkeit ist nicht Auseinandersetzung sondern ganz auf das Selbst, auf dessen Optimierung und Darstellung bezogen. So begründet zum Beispiel der Großteil der heutigen ERASMUS-Studenten den Auslandsaufenthalt mit Optimierung des Lebenslaufs. Nicht “Menschen treffen”, oder “andere Kulturen kennenlernen”, wie in den Neunzigern. 

Die Öffentlichkeit in der Generation iPod ist privatisiert. Nicht im kapitalistischen Sinne. Sie ist zu einer Verlängerung meiner Wohnung geworden und dient dem gleichen Zweck, mich wohl zu fühlen und das Richtige und Angemessene zu tun. Das Richtige und Angemessene für mich und meinen Lebenslauf. Man kann mit dem idealistischen Blick unserer Generation diese jungen Menschen dafür kritisieren, dass Meinung nur noch Ironie ist. Aber man kann auch einen systemischen Blick auf das Phänomen Ironie und die Retro-Affinität der Hipster werfen, dann ergibt sich ein anderes Bild.

In einer Welt des Überangebots an Meinungen und Möglichkeiten aufzuwachsen, bedeutet einem enormen Druck ausgesetzt zu sein. Überall kann man Stellung beziehen, überall kann man etwas besser machen. Jede Meinung hat tausende Gegenmeinungen. Wer sich von dieser Welt nicht überfordern lassen will, der muss zwangsläufig Strategien für den Rückzug entwickeln.

Nach der Industrialisierung war der Nationalismus eine solche beliebte Rückzugsstrategie. “Die Welt (mit all ihren Angeboten und Verschiedenheiten) hat nicht recht, die Nation (das Volk, …) hat recht!” Die Antwort auf Digitalisierung und Mediatisierung des Alltags sind heute Ironie und Retro. Da kann man kann natürlich den gleichen Vorwurf ansetzen, wie bei jedem CDU-Vorstadt-Spießer, der sich nur um seine Gartenzwerge kümmert, und dessen Engagement für “die Welt” sich auf den sonntäglichen Wurf von 2 Euro in den den Klingelbeutel beschränkt. Aber das ist das nicht ein riesiger Erfolg? Ironie ist auch ein Mittel, Menschlichkeit und Respekt trotz allem Wirrwarr aufrecht zu erhalten. Wenn keiner recht hat, hat auch keiner Unrecht. Und hier ist der Hipster dem Gartenzwergler dann doch ein paar Schritte voraus. Insofern: Ein hoch auf die Hipster! 

Lieber Gruß
J.


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Subject: The Bling Ring

Lieber J.,

ein kurzer Brief, nur, weil ich es hier einfach nochmal loswerden muss:

Das für mich langweiligste aller Themen, dem sich amerikanische Künstler leider immer wieder annehmen, ist die Oberflächlichkeit der Gegenwartsgesellschaft. Sofia Coppola, die ihre Karriere mit zwei bezaubernden Filmen gestartet hat, hat mit THE BLING RING erneut ein banales Stück Gesellschaftskritik hingelegt, das hier zu besprechen keinen Sinn macht. Meine Kritik von ihrem vorletzten Film SOMEWHERE enthält erschöpfend alles, was ich zu THE BLING RING zu sagen habe.

Ich erkenne in der halb-satirischen, halb-dramatischen Darstellung oberflächlicher, dummer, junger Menschen einen paternalistischen Ton, der mich an das anmaßende Konzept von Life-Coaching-Shows à la “Supernanny” erinnert. Oder an Ernährungsratgeber-Sendungen, wo Unterschicht-Familien von Akademikern vorgeführt wird, wie ihre Kinder in zehn Jahren aussehen, wenn sie weiter jeden Tag sechs Liter Cola saufen.

Liebe Sofia, wenn Du so viel tiefgründiger bist als die südkalifornischen Glam-Tussis, dann zapfe doch bitte dieses Reservoir für Deinen nächsten Film an, anstatt es Dir noch einmal so leicht zu machen.

Grüße
A.


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Subject: Re: Von Landen ohne normative Kraft des Faktischen

Lieber J,

natürlich kannst Du stolz auf Dich sein! Du hast Dir ein fantastisches Leben aufgebaut. Einerseits bist Du weit weg von dem konsumistischen Versicherungsmakler in Fight Club. Gleichzeitig aber kein klassischer “Berlin-Träumer”, der für die Kunst und von Hartz IV lebt. Ganz im Gegenteil: Du bist stramm in den Kapitalismus eingebunden und leistest auch aus Sicht der biedersten Schlipsträger bei den Fluggesellschaften und Banken, für die Du täglich schuftest, kriegswichtige Dienste. Gleichzeitig bist Du nah an der Popkultur geblieben - in Deiner Agentur quatscht man über den neusten Hip Hop, nicht über das Wetter. Ein nicht zu verachtendes Trostpflaster für den Zwang, sich verdingen zu müssen. Wobei ich hier kurz anmerken darf, dass 1) “Bundesliga” und 2) “neue Läden in der Stadt” die beiden Hauptthemen in bislang jeder Firma und Behörde waren, in der ich je gearbeitet habe - da tun sich Menschen verschiedener Couleurs nicht so viel. Du schilderst auch glaubhaft, dass für Dich ein Wechsel in ein klassischeres Arbeitsumfeld nicht in Frage kommt, weil Du Dich dort verstellen müsstest. Ich verstehe das und meine, Du bist da, wo Du hingehörst - also weg mit den Zweifeln.

Möglicherweise hast Du aber meinen Brief über die normative Kraft des Faktischen etwas einseitig als Kritik an der Bürgerlichkeit verstanden. So war er nicht gemeint. Denn es ist sowohl eine Bürgerlichkeit mit Durchzug im Kopf denkbar - links verkörpert von einem Adorno, rechts von einem Norbert Bolz -, als auch eine geistig beschränkte Bohème, die so damit beschäftigt ist, sich gegenseitig zu versichern, niemals erwachsen geworden zu sein, dass sie langsam aber sicher geistig austrocknet.

Die Fährte Richtung Spießbürgertum habe ich wohl selber gelegt, als ich von Tagesschausprechern und Bausparverträgen geschrieben habe. Dabei wollte ich gerade keine Phalanx gegen die Gepflegten eröffnen.

Mit manichäischem Denken à la „Adidas = Locker“, „Anzug = Spießer”, kommt man gut durch die Pubertät. Danach sollte man differenzierter urteilen. Denn dieser Denke liegt ein ungerechtfertigt tiefes Vertrauen in die jeweilige (Alternativ-)Kultur zugrunde. Das kann ich nicht teilen - ein wiederkehrendes Thema bei uns.

Regelrecht kindisch klingt Dein Brief für mich da, wo er oberflächlich ästhetische Indikatoren aufgreift und ihnen großzügig Eigenschaften zuordnet. Wieso willst Du Eleganz (das entnehme ich den Begriffen „sauber“ und „glatt“, die Du Kreuzberg antithetisch entgegensetzt) den Spießern überlassen? Die haben doch meist am allerwenigsten davon!

Zwei Überlegungen dazu: Erstens finde ich, dass 40jährige, die sich wie Teenies anziehen, selten gut aussehen. Ich fand mit 15 wie heute, dass James Bond besser aussieht als Markus Kavka. Der Zwang zur Sportbekleidung ist auch ein sehr junges Phänomen. Früher haben die Menschen ihr Äußeres noch mit sozialen Faktoren wie Rücksicht und Höflichkeit verbunden. Man zog sich z. B. gut an, wenn man in einen Flieger stieg. Das ist vorbei, weil jetzt der individuelle Egoismus dominiert: Meine Bequemlichkeit, mein Jogginganzug. Ist das so fortschrittlich, fragt sich der Vielflieger angesichts unförmiger, streng riechender Sitzbachbarn? Zweitens gehört die Unterscheidung „Turnschuh = jung, Anzug = spießig” in eine Welt, aus der ich schon lange weg bin. Smarten up, J. - Kavka war einmal: der schnieke Jan Böhmermann ist jünger als wir und der Mann der Stunde - so macht Subversivsein Spaß.

Womit wir beim letzten Stichwort Deines Briefes wären: Der halbscherzhafte Einwurf, dass ich der spießigere von uns sei.

Unter Spießertum versteht man doch eine beschränkte Weltsicht, die Anstoß an allem nimmt, was sie nicht kennt. Nach Deinen wiederholten Schilderungen zu Deinem Leben in der Kreuzberger “Bubble” bin ich geneigt, die größeren Indizien für Spießigkeit derzeit bei Dir festzustellen. Darauf deutet für mich insbesondere das Identifizieren von Ledersohlen mit Spießigkeit hin - eine Gleichsetzung, die wohl das Spießigste ist, was hier je einer geschrieben hat. Das Gros deutscher Bankangestellter und Versicherungsmakler, die auf ihre “praktischen” Gummisohlen schwören, wird Dir beipflichten. Da ist er wieder, der auf Komfort ausgerichtete Modebegriff der Deutschen, in seiner ganzen Hässlichkeit. Dass es eine Jahrhunderte alte Schuhkultur jenseits der in Bangladesch genähten Billig-Treter aus amerikanischer Massenproduktion gibt, ist dem Sneaker-Nazi nicht bekannt. Also lehnt er sie als “spießig” ab. Eine Kontrollüberlegung: Wenn Mick Jagger in einem Paar handgemachter John Lobbs in eine kreuzberger Agentur gelatscht kommt - wer ist dann der Spießer? Mick? Oder die Horde Berufsjugendlicher in ihren Airmax 1?

Zuletzt möchte ich dem vorigen Absatz noch etwas Schärfe nehmen: Spießigsein ist nämlich okay. Spießer halten die Welt zusammen. Wir verachten zwar den Deutschen, der jenseits von Kegelbahn, Kohlroulade und Kneipe nichts in sein Leben lässt. Den sizilianischen Gemüsehändler, der jeden Tag am Markt steht und abends im gleichen Laden sein Glas Süßwein trinkt, finden wir aber total urig. Ist das fair? Menschen neigen von Natur aus zum Spießertum. Daher ist das oft als Kampfbegriff benutzte Wort “Spießer” eigentlich ein stumpfes Schwert. Man soll Mitmenschen nicht mit Anforderungen zum Weltmännischsein überfrachten. Solange sie die Klappe im Kopf nur nicht allzu fest verschließen.

Grüße
A.


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Subject: Re: Von Landen ohne normative Kraft des Faktischen

Lieber A.,

das hast das du in deinem Brief über das Erwachsenwerden eindrucksvoll auf den Punkt gebracht: Es muss einfach nur einmal diese Klappe im Hirn aufgehen und Durchzug herrschen, der Muff des normativ Faktischen muss raus, und zwar regelmäßig!” 

Dahinter steht doch die Frage: Heißt “erwachsen werden” wirklich “langweilig werden” oder “bürgerlich werden”? Ich habe selbst große Angst in meinem Leben an den Punkt zu kommen, an dem ich merke, dass ich es schon länger gar nicht mehr lebe, gar nicht mehr in der Hand habe. Weil ich nur noch das mache, was man eben so macht. Fight Club’s Ikea-Szene war da prägend für unsere Generation. Wenn du dich umschaust und deine Wohnung sieht aus wie aus dem Katalog, dann läuft etwas ordentlich falsch. 

Es gibt - zum Beispiel hier in Berlin, hier in Kreuzberg - auch diese Orte der Verweigerung. Orte in denen “30ies the new 20ies” sind. In denen man “in Agenturen” und “für die Kunst” und/oder “in Freiheit” lebt und deswegen ohne sauberen Haarschnitt, glatte Klamotten und Ledersohlen auskommen kann, als wäre man noch sechzehn. Wenn ich die Vogelperspektive über dieses Leben - mein Leben - einnehme, dann weiß ich nie genau, ob ich mich bemitleiden soll, ob ich mich gar schämen soll, oder ob ich nicht ganz im Gegenteil verdammt stolz sein kann. Habe ich mir einen Traum erfüllt oder laufe ich immer noch ganz pubertär vor dem wahren Leben davon? 

Ich spiele auch manchmal mit “Wechselphantasien”. Mein Job macht es mir durchaus möglich, in die Welt der Unternehmen und Krawatten einzusteigen. Dann würde ich in ein graues und nicht in ein buntes Büro gehen, würde mit den Kollegen über das Wetter und nicht über Musik reden, und ich würde viel Kultur besuchen um wenigstens ab und zu mal die Klappe im Gehirn zu öffnen. 

Aber wenn ich mir das vorstelle, dann kommt es mir unheimlich falsch vor. Es kommt mir vor wie ein Betrug. Was für ein Betrug? An wem? Durch was? Ist Kurt Cobain so was wie der Übervater unserer Generation geworden, dem wir es alle recht machen müssen? Bloß nicht mitmarschieren, bloß nicht anpassen? Aber was ändern wir dadurch eigentlich? Die Welt ist noch genau so perfide, genau so verrückt wie eh und je. Ich habe keine Antwort, woher diese starke Ablehnung kommt. Vielleicht hast du - der “spießigere” [haha, sorry, das wollte ich immer mal schreiben! ;-)] von uns beiden eine?

Gruß
J.


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Subject: Weg mit der normativen Kraft des Faktischen!

Lieber J,

bald bin ich 34. Zeit also, einmal über das Älterwerden nachzudenken.

Das Älterwerden bringt vieles von dem mit sich, was man ihm nachsagt. Man wird tatsächlich ruhiger. Familie gewinnt an Bedeutung. Bekanntschaften verblassen, während sich still und leise ein Wohlstandsbäuchlein formt. Manche Gedanken habe ich vor zehn Jahren nicht gedacht. Darunter überwiegend Triviales wie: "Hier passt kein Noguchi-Couchtisch hin" oder "Wo kriege ich jetzt Piment d’Espelette her?". Aber auch ernsthaftere Feststellungen wie die, dass die Eltern nun in den letzten Jahren ihres Lebens angekommen sind. Ja, einiges ist anders als vor 10, vor 15 Jahren.

Eines aber, lieber J., kann ich bei mir nicht feststellen. Mir kommt die Welt heute kein bisschen weniger verrückt vor als damals. Insoweit bin ich offenbar noch in der Pubertät. Gerne belächelt man ja die Heranwachsenden, wenn sie am Küchentisch mit großer Geste auf die Missstände der Welt hinweisen. Die Rolle des moralisch Integeren steht den gerade frisch aus der Kindheit Entschlüpften deswegen so gut, weil sie mit 15 noch keine Korruption kennen können. Geschützt in den Institutionen Familie und Schule fangen sie an, die Welt zu betrachten. Sie lernen sie jetzt erst langsam kennen, über Medien, Musik, Kunst und Literatur. Bei den meisten führt dies irgendwann zu jener klassischen Empörung der Gerechten, die prägend für die Teenager-Jahre ist. Bei einigen formt sich ein handfester Idealismus, der Wunsch die Welt zu verändern.

Bei mir wird es auch in etwa das Teenager-Alter gewesen sein, in dem ich angefangen habe, von der Welt irritiert zu sein, logische Brüche zu sehen. Fragen zu stellen und die Antwort "Das ist nun mal so" nicht gelten zu lassen. Bei mir waren es aber weniger die ganz großen Fragen, die mich umgetrieben haben. Eher habe ich einen spöttischen Blick auf meine direkte Lebenswirklichkeit entwickelt. Ich habe zum Beispiel mit 16 gedacht, dass eine Woche mit 40 und mehr Arbeitsstunden vollkommener Wahnsinn ist. Ich habe das Zersplittern von Menschengruppen in Milieus als wenig sinnvoll empfunden. Ich habe die übertriebene Ernsthaftigkeit in den Gesichtern der Tagesschau-Sprecher, Politiker und Vorstandsvorsitzenden als im Grunde größte denkbare Albernheit gesehen. Mich hat der Entertainment-Müll von RTL und Pro7 genervt. Und am allermeisten haben mich die Menschen aufgeregt, die das alles nicht so gesehen haben, weil ihre Vorstellungskraft eine andere Welt als die ihnen bekannte nicht zuließ.

Der große Staatsrechtler Jelinek hat den Begriff der "normativen Kraft des Faktischen" geprägt. Man kann diesen Gedanken auch außerhalb der Rechtsphilosophie anwenden: Dinge sind wie sie sind (Faktizität), also wird das als Gesetz (normativ) empfunden. Das ist für uns Gewohnheitstiere normal. Wir passen uns gerne an. Auch ich gehe 40 Stunden arbeiten, lese artig Zeitung und trage kein Clownskostüm. Aber ich bin schon derjenige, der immer den Raum nach jemandem absucht, mit dem er diesen einen Gedanken austauschen kann: "Die Welt ist verrückt, der Tanz, den wir hier aufführen, ist zum Lachen." Gelegentlich findet man so jemanden. Dann versteht man sich auch schon mal nur mit einem Blick.

Die Kunst, aus dem Dunst des Alltags herauszutreten, die Welt von oben zu betrachten, über die vermeintlich fixen Dinge zu lachen, ist mir immer mehr zur condicio sine qua non für Sympathie geworden. Es muss nicht immer grüblerisch-zornig sein, mir reicht auch ein leichtfüßiger observant humor à la Jerry Seinfeld oder Larry David. Dann verstehen wir uns. Es muss einfach nur einmal diese Klappe im Hirn aufgehen und Durchzug herrschen, der Muff des normativ Faktischen muss raus, und zwar regelmäßig!

Häufiger kommt es aber vor, dass man mit solchen Gedanken unter Gleichaltrigen auf Unverständnis, auf fragende Blicke, auf Ironie stößt. Bei diesen Leuten ist es, als habe ihre Lebenswirklichkeit Mauern aus Zement um sie errichtet. Sie sind zu beschäftigt mit ihrer Karriere und ihrem Bausparvertrag, um sich über Konventionen lustig zu machen. Regelmäßig bekomme ich Erstickungsanfälle, wenn ich unter Menschen bin, die sich auch innerlich der Norm des Faktischen unterwerfen. Das, lieber J., hat sich trotz Älterwerden nicht geändert. Im Gegenteil: Meine Positionen hinsichtlich des allgegenwärtigen Unsinns in unserer Gesellschaft haben sich verfestigt. Leider wird die Luft hier oben, unter den Mittdreißigern, immer dünner. Vielleicht sollte ich mich hobbymäßig um Heranwachsende kümmern. Hätte ich mit 20 ein Kind gezeugt, wäre ich jetzt glaub ich ein ziemlich verständnisvoller Papa.

Grüße
A.


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Subject: Die Klicks der Anderen

Lieber J.,

kürzlich las ich einen interessanten Artikel über soziale Netzwerke. Dort hieß es, dass das routinemäßige Sharen von privaten Erlebnissen das private Erleben selbst verändert. Wer jetzt etwas eigentlich Höchstpersönliches tut, etwa in den Urlaub fährt, überlegt im Vorhinein bewusst oder unbewusst, ob dieser nachher gut auf der Oberfläche von Facebook rüberkommen und möglichst viel Anerkennung einheimsen wird. Diese Antizipation beeinflusst sein Handeln, und zwar von der Planung bis zur Durchführung. Ein Impact, dessen Ausmaß man nicht unterschätzen sollte: Frei nach Sloterdijk muss der Facebooker sein Leben ändern, ständig optimieren, jedenfalls daran arbeiten. Facebook hat durch die geschaffene Sichtbarkeit der Vorlieben, Freunde und Taten, ja des gesamten Lebens, ein weiteres Wettbewerbs-Element ins Leben der Menschen gebracht. Es passt damit perfekt in unsere Zeit, die auch eigentlich schöne Dinge wie Kooperation und Kreativität ständig mit daraus erwachsenden Wettbewerbsvorteilen rechtfertigt.

Auf den ersten Blick schien mir diese Erkenntnis nichts Neues zu sein. Das Tollste am Sylt-Urlaub fanden viele schon immer den neidischen Blick des Nachbarn. Auch ohne Facebook-Timeline. Beim PKW-Kauf fragt sich der Deutsche seit jeher nicht, wie viel PS er persönlich braucht - er kalkuliert, ab welcher Ausstattung die Kollegen Stielaugen machen werden.

Etwas der Anerkennung halber zu tun, ist also nichts Neues. Bleibt als identifizierbares Novum nur das Medium - das Web 2.0, das soziale Netzwerk. #Neuland ist also, dass ich nicht mehr zum Gartenzaun gehen und dem Nachbarn vom Urlaub erzählen muss. Genauso wenig muss ich meine Kollegen morgens auf dem Parkplatz abpassen, damit die mein neues Gefährt bestaunen können. Mit Facebook habe ich ein Medium an der Hand, durch das ich mich augenblicklich all denen mitteile, die es sehen wollen - und noch vielen mehr. Dass man durch die Auswahl seiner Postings dabei nicht einfach nur so kommuniziert, sondern sich ein cooleres, interessanteres Ich kuratiert, scheint mir unausweichlich.

Das Im-Moment-Leben ist damit schwieriger als je zuvor. Man kommt sowieso schon auf Ideen, weil man sie aus den Medien hat. Keiner fährt einfach zum Wandern in die Eifel, er schaut vorher Zeitungsartikel und Blogs nach den besten Routen durch, vielleicht sieht er sie sogar in Videoclips. So antizipiert er das, was kommen wird. Mit der Konsequenz, dass er beim tatsächlichen Erleben diese seltsamen Wiedererkennungseffekte erfährt. "Eifelstieg - check!"

Folgt man der Autorin des Artikels, bleibt es nicht dabei: Facebooker antizipieren nicht mehr nur das Ereignis selbst, sondern auch die Reflexion des Ereignisses nach dem Erleben. In klassischer Form kennt man das von den Menschen, die alles fotografieren müssen. Die Facebook-Bewusstseinsveränderung aber geht weiter: Man antizipiert vor und während des Erlebens schon die Reflexion Dritter. Das klingt erstmal fürchterlich unfrei.

Wie alle Medienkritik, schießt diese wohl auch über das Ziel hinaus. Die meisten meiner Freunde sind bei Facebook. Ich glaube kaum, dass sie ihr Leben nach Likes ausgerichtet haben. Ich kenne aber auch zwei Fälle von Menschen, die sich eine regelrechte Superstar-Identität im Netz erschaffen haben. Beide haben Kontakte zu wichtigen Internet-Leitmedien im Bereich Fashion und Lifestyle. Darüber inszenieren sie sich als regelrechte Stilikonen. Das ist schon seltsam zu sehen, wie eine einem vom Schulhof bekannte Person plötzlich die gewöhnliche Sphäre des "Du und ich", verlassen hat und sich jetzt visuell perfekt in Szene setzt. Sie, als sei sie Kirsten Dunst, er, als sei er James Franco. Bis ins letzte durchgeplant, kleine gezielt gesetzte Imperfections inbegriffen.

Spreche ich mit gemeinsamen Bekannten über diese Personen, kommen gleich Spott und Häme. "Ich bitte Dich, wie aufgeblasen die sich geben!" Diese Gefühle sind schon verständlich, weil auch mich dieser Schritt aus der irgendwie normal-mediokren Masse, zu der ich mich zähle, hinein in die perfekte Oberflächenwelt irritiert. Dann denke ich mir aber immer: Sollen sie doch, ist doch super! Ein David Bowie, eine Grace Jones, ein Vincent Gallo - die haben doch auch alle irgendwann diese Grenze gezogen. Die haben sich auch irgendwann gesagt: Nein, ich bin nicht so wie die Normalen. Ich bin den Superstars ähnlicher als den Leuten aus meiner Stadt. Ich muss mich nicht als “normal” verkaufen. Über die Existenz dieser Figuren ist man ja eigentlich froh.

Für diese Menschen macht ein Leben auf der Timeline Sinn. Mir klingt es - wie vieles heutzutage - zu anstrengend.

Grüße,

A.


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Subject: Weniger ist Luxus!

Moin Moin A.,

kürzlich habe ich in Hamburg die Super-Yacht von Roman Abramovich in der Werft sehen dürfen. Da fiel mir diese Geschichte wieder ein: Abramovich soll zwei Mal eine Verlängerung der Yacht während des Baus beauftragt haben. Sie sollte auf jeden Fall länger sein als alle anderen Yachten der Welt. Was für ein Spinner, sagen die deutschen Stammtische und Journalisten. Was für ein unglücklicher Mensch, der sich solche Sorgen machen muss, denken Intellektuelle. 

Stimmt: Durch Geld lässt sich das Glück nicht erzwingen. Das ist heute eine Binsenweisheit. Es ist nach Meinung aller Glücksforscher völlig unerheblich, ob man nun eine, zwei oder hundert Millionen Euro verdient. In diesen Gehalts-Dimensionen ist Geld lediglich für eines gut: Als Erfolgs-Index um sich mit anderen auf seinem Karriereweg zu messen. Eine ziemlich dürftige Ausbeute, für den ganzen Stress den man sich macht. Und dennoch ist das übertriebene Anhäufen von Geld und Gütern nach wie vor die gesellschaftlich anerkannteste Art, sich von seiner schlechtesten Seite zu zeigen.  

Dabei ist es doch in Wahrheit so: Wer sich ernsthaft mit anderen vergleicht, wird immer unglücklich sein. Denn die anderen sind ja immer anders. Und im Vergleich immer in irgendetwas besser. Sportlicher, reicher, bekannter, positiver in der Wahrnehmung. Das Problem ist der Vergleich an sich. Abramovichs Antwort auf dieses Problem ist simpel. Mehr Geld, mehr Güter, größere Güter, die längste Yacht der Welt! Luxus par excellence! Weil er es sich leisten kann. Weil er in seinem Leben alles dafür gegeben hat, es sich leisten zu können. 

Was er sich nicht leisten kann: zu Leben. Aber ist es das nicht die wahre Verschwendung? Für gute Arbeit nicht das maximale Gehalt zu fordern. Oder für viel Geld nicht das beste, größte, meiste zu kaufen? Wieso immer das Maximum? Wieso sich von Gütern, Mengen, Größen, von den Preis-Vergleichen, Gehalts-Vergleichen, Produkt-Vergleichen abhängig machen? Weniger ist Luxus! 

Abramovichs Yacht ist übrigens Stand heute nur noch die zweitgrößte der Welt. 

Grüße
J.


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